Fundstücke – Zeichen von Kommunikation

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Dezember 2009

Pfefferkuchenhaus

Zimt mag in so manchem Büro derzeit Begleitduft sein. Diese Bilder entstammen der Weihnachtsfeier des Rostocker Architekturbüros Matrix.

Dieses Bild ist für mich Anlass, zu erwähnen, dass ein Modell nicht die verkleinerte Form eines Gebäudes darstellt. Es hat immer eine eigene Aussage zu bestimmten Aspekten des Baus, und zeigt daher Ansicht und Handschrift des Modellbauers.
Na, und was gehört noch hier hin: "Es gibt kein Haus ohne Schrift." von Andreas Uebele.

"Man muss viel wissen, um wenig zu tun."

Hier zitiere ich eine Hebamme, die sich in einer Radiosendung zur Überversorgung mit technischer Medizin äusserte. Ursprüngliche Quelle dieses Ausspruches ist Willibald Pschyrembel, Geburtshelfer. Er war Arzt und Universitätsprofessor in Berlin und 50 Jahre lang alleiniger Redakteur und Autor des Lexikons „Pschyrembel - Klinisches Wörterbuch“.

November 2009

Ceciliengaerten

Berlin-Schöneberg: robust und widerstandsfähig. Das Wohnensemble Ceciliengärten ist beinahe komplett in seiner bis 1909 vorläufig geplanten und um 1925 gebauten (Heinrich Lassen) Form heute noch zu sehen, mit Atelierturm, Grünanlagen und Reliefs als Bauschmuck. Die Wirren beider Kriege haben nicht viel daran gerüttelt. Glück gehabt.
Dieser kleine Friseur steckt dort seit Beginn in der Rubensstraße. Erst war er natürlich noch mit der Friseurwohnung verbunden. Das Schild hält stand seit nun mehr über 40 Jahren.

Oktober 2009

FF Netto

Schon lange schleiche ich um den Piktogrammfont der FF Netto von Daniel Utz herum. Das System ist elegant und modern, aber nicht durchgängig verständlich. Ich will den Menschen Entscheidungshilfen geben und muß bedenken, was an Symbolen erwartet und verstanden wird.
Beispielsweise die Darstellung des Fahrstuhls, eines der wichtigsten Zeichen in der Gebäudeausschilderung, halte ich für zu abstrakt. (Zauberhaft dagegen die Figur mit übergeschlagenem Bein im Zeichen für Warteraum.) Eine Kette reisst aber an ihrem schwächsten Glied.
Die Gestalter des Orientierungssystems für das Porschemuseum Stuttgart haben sich daran gewagt und modifizierte Lösungen für Fahrstuhl und Wickelraum einfliessen lassen.

polyspektral

Meine derzeitigen Lieblingserker finden sich in der Jarrestraße. Die polyspektral eingefärbten und dadurch farblich changierenden Edelstahlplatten geben das einfallende Licht von orange bis dunkelpurpur wieder. Farben die im Herbst nicht fallen. Solche Bleche sind ebenso im Medienpool Waterloohain zu sehen. Eine aufgestockte Etage auf einen alten dreigeschossigen Bau in Nummer 5 sperrt sich dort ausserordentlich gegen die bestehenden Kanten und Materialien. Dann geht es weiter mit Nummer 9. Auch dort das Farbenspektrum.
(Nachts, übrigens, wirken sie schwärzer als das Mauerwerk.)

landwehr

Im Herbst leuchten Hamburgs Grünflächen noch einmal auf. Für die anderen Tage zaubern die Architekten Farben und Formspiele in die Straßen. Hier eine erneuerte Fassade nahe Landwehr.

September 2009

Zentralbibliothek

Gefühlte Zeit:
Um eine Uhr mit vertrauten persischen Zahlen für seinen kleinen Laden zu suchen ist Hedi in seiner früheren Heimat von Basar zu Basar gefahren und fand keine. Schließlich hat er sie selbst gemalt. Nun, sagt er, geht die Zeit wieder gewohnter.
Sie vergeht für ihn langsamer!
Dieses Zeitgefühl anhand der Zeichenformen ist bemerkenswert.

Ausserdem bietet Hedi die besten Brötchen die hier am Wochenende zu Fuss zu erreichen sind.

August 2009

Zentralbibliothek

Hühnerposten: früher logistische Schnittstelle zwischen Schiene und Straße, heute Zusammentreffen von Arbeit, Kultur, Literatur und Freizeit.
Schön ist der Materialkontrast für das Hinweissystem der Eingänge und Übersichtstafeln, samt der feinen Logolinien im Rost. Unschön dagegen ist, dass das Hinweissystem nicht flexibel auf Mieterwechsel reagiert.
Ein Besuch des Hauses mit offenen Augen lohnt aber dennoch. Das Raster des Gebäudes in seinen metallenen Stützen ist erhalten und vor allem sichtbar geblieben, ebenso viele historische Stilelemente der Backsteingotik. Es zeugt von einem feinsinnigen Umbau bis hin zur Raumgestaltung der Kindertoiletten in der Kinderbibliothek. Lustig, dass man schon in alle Boxen schauen muss, um das ganze Gedicht zu lesen.

Juli 2009

Familie Kong baut am Strand

Sommerzeit: Die Villa mit Strandblick für Familie Kong.
Es gibt kein Haus ohne Schrift! Das ahnen schon die Kleinsten.

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Diplomdesignerin (FH)
freiberufliche Grafikerin


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2009 · Elke Ribeaucourt · · 040-69794113 · Rübenkamp 72 · 22307 Hamburg